Der Biograf von Brooklyn – Boris Fishman


Der Biograf von Brooklyn von Boris FishmanInhalt

Eigentlich hatte Slava versucht seiner schrecklich schrulligen aus der Sowjetunion nach Brooklyn emigrierten Familie zu entkommen. Kaum ein paar U-Bahn Stationen entfernt fühlt sich der junge Journalist als wäre er auf einem anderen Planeten. Erst der Tod seiner Großmutter bringt ihn zurück in eine familiäre und doch grotesk fremde Welt. Unweigerlich wird Slava zum Biografen seiner Familie, als sein Großvater die fixe Idee hat, die Kriegserlebnisse seiner verstorbenen Frau zu nutzen um Schadensanspruch an Deutschland zu stellen. Slava wird immer tiefer hinein gezogen in eine Geschichte, die ihn nicht nur lehrt was Familie ist, sondern auch wer er, Slava Gelman, wirklich ist.

Meine Meinung

Das Buch wurde mir vom Blessing Verlag als Rezensionsexemplar angeboten und nach dem Durchlesen des Klappentextes hatte sich bei mir genug Neugier geregt um mir ein Exemplar zuschicken zu lassen. Ich muss zugeben, dass Buch ist anders als ich erwartet hatte.

Am Anfang muss man sich vor allem an den Schreibstil gewöhnen. Aus Slavas Sicht geschrieben, muss das Buch sich dem Schreib- und Denkstil des Journalisten beugen. Dabei sind kleine Einschübe über Grammatik und Satzbau aber auch Gedankenfetzen normal. Zuerst hat es mich etwas gestört – der neue Stil war unbequem, wie ein neuer Schuh. Aber je weiter ich las, desto mehr nahm ich Slava an und irgendwann war sein Stil einfach notwendig.
Die Figuren des Buchs sind perfekt unperfekt und stoßen mit ihren Ecken und Kanten aneinander so wie wir es alle tun. Schnell schließt man einige von ihnen ins Herz, während andere einem unsympathisch sind.

Fishman hat einen erstklassigen Debut-Roman geliefert. Die Welt, die er malt kommt einem fremd und trotzdem seltsam vertraut vor. Familie, Freunde, Liebe und Selbstfindung – das sind Dinge, die jeder erlebt und kennt. Trotzdem schafft Fishman es sie aufzunehmen und zu formen, ohne dass sie an Farbe oder Kraft verlieren.

In einem Satz

Ein eindrucksvoller Debut-Roman, der Hunger auf mehr macht.

Details

erschienen:. 02.11.2015
Foto: © Blessing Verlag
383 Seiten
19,99€
ISBN: 978-3-89667-551-4

5 von 5

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[Buch]Rezension: Schöne Ruinen von Jess Walter


Dieses Buch sieht von außen schon nach einem Sommerroman aus und wurde mir freundlicherweise vom Blessing Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt 🙂

Mein Lieblingszitat

„Geschichten sind Menschen. Ich bin eine Geschichte, du bist eine Geschichte …  dein Vater auch. Unsere Geschichten verzweigen sich in alle Richtungen, doch manchmal, wenn wir Glück haben, fügen sie sich für eine Weile zu einer zusammen, dann sind wir weniger allein.“

-Seite 88

Genre

Ein Roman mit Charme, der mit seiner einzigartigen Story und den lebhaften Figuren überzeugen kann.

Was passiert?

Porto Verogna, Frühjahr 1962: Pasquale steht auf dem Felsplateau und plant seinen Tennisplatz, der amerikanischen Gästen, sein Hotel schmackhafter machen soll. Mit harter Arbeit will er den verschlafenen Ort zu einem Touristenziel machen. Als dann die hübsche Amerikanerin Dee Moray tatsächlich in seinem Hotel eincheckt, beginnt eine Geschichte, die Pasquales Leben verändern wird.

Meine Meinung

Was öberflächlich nach einer typischen Sommerromanze aussieht, entwickelt sich schnell zu einer sehr viel weitläufigeren Geschichte. Mit südländischem Charme, einer gewissen Lebenslust und einer wunderbaren sommerlichen Trägheit fließt das Buch vor sich hin. Mit diesem Buch kann man sich wunderbar treiben lassen und ich habe oft die Zeit vergessen, wenn ich mich erst in die Seiten vertieft hatte. Mit Raffinesse und großem Können schafft es Jess Walter, dass die Figuren zum Leben erwachen und der Leser sie auf ihrem Lebensweg begleitet.

Ab und an zieht sich das Buch etwas, aber dann kann es auf charmante Art auch wieder überraschen und das Ende rundet das Buch perfekt ab.

In einem Satz…

Ein sommerlicher Roman, der die Luft mit italienischer Lebensfreude füllt und uns die Geschichten hinter den Figuren erzählt.

5 von 5 Leseratten

5 von 5

Originaltitel: Beautiful Ruins
Originalverlag: HarperCollins
Aus dem Amerikanischen von Friedrich Mader

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-499-9
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag: Blessing

Bild: (c)Blessing (Quelllink)

[Buch]Rezension: Über ein Mädchen von Joanne Horniman


9783551582713

Ich liebe Tee, allein deshalb gefällt mir das Cover schon 🙂 Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Genre

Eine Liebesgeschichte mit viel Emotion, Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe.

Was passiert?

Den Moment, in dem Anna, Flynn zum ersten Mal sah, würde sie wohl als magisch bezeichnen und als sich die beiden wieder treffen, wohl als glückliche Wendung des Schicksals. Die beiden Mädchen sind auf eine Weise verbunden, die wohl wenige Menschen, sie eingenommen, kaum verstehen. Eine zarte Liebesgeschichte entwickelt sich, von der sie nicht genau wissen, wo sie hinführen wird.

Meine Meinung

Was mich, abgesehen vom wunderschönen Cover, auf das Buch aufmerksam gemacht hat, war die Idee die Liebesgeschichte zweier Mädchen zu erzählen. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass sie nicht sehr anders ist, als die zwischen Mädchen und Junge, aber im Fall von Flynn und Anna stimmt das nicht. Die zwei Mädchen sind anders und so ist es auch eine Beziehung. Der Leser taucht ein in eine Gefühlswelt, die er oft nicht versteht und dennoch zu verstehen versucht.
Aber leider, auch wenn die Idee und die grundlegende Geschichte gut sind, gibt es einige Punkte, die ich bemängeln muss. Zum einen fand ich die Geschichte zuweilen etwas flach und vorhersehbar, zum anderen hat sie sich etwas wiederholt. So zog sich das Buch an manchen Stellen und wurde etwas langweilig.

In einem Satz…

Es ist zwar nicht das beste Buch aller Zeiten, aber ich empfehle es auf jeden Fall denen, die mal etwas anderes lesen wollen.

3 von 5 Leseratten

3 von 5

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Carlsen (April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551582718
  • ISBN-13: 978-3551582713
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
  • Originaltitel: About a girl
  • Bild: (c) Carlsen (Quelllink)

[Buch]Rezension: Evermore 1. Die Unsterblichen von Alyson Noël


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Ich muss zugeben, dieses Buch war fast ausschließlich ein Coverkauf 😀 Ich fand das Cover einfach wunderschön und konnte nicht wiederstehen. Allerdings bin ich auch durch Soul Seeker von derselben Autorin auf diese Serie aufmerksam geworden.

Mein Lieblingszitat

“I guess by now I should know enough about loss to realize that you never really stop missing someone-you just learn to live around the huge gaping hole of their absence.”

Genre

Ein Roman, der vor Trauer, Liebe und Freundschaft erzählt und den Leser so ziemlich durch das gesamte Gefühlsspektrum jagt.

Was passiert?

Ever war mal normal. Aber dann kam das, was gemeinhin als tragischer Unfall bezeichnet wird, für Ever aber Schuld, Trauer und Hilflosigkeit bedeutete. Sie ist allein, fühlt sich schuldig am Tod ihrer Familie und ist mit einer Gabe geschlagen, die sie mehr als Fluch empfindet, als alles andere. Aber dann kommt Damen und aufeinmal hat Ever ein Gefühl, dass sich anders als Trauer oder Schuld anfühlt.

Meine Meinung

Zugegeben…am Anfang war ich nicht wirklich so hin und weg vom Buch wie ich es jetzt war. Es zog sich etwas und man brauchte erste so einige Seiten, bis man richtig in das „Ich-kann-jetzt-auf-keinen-Fall-dieses-Buch-weglegen-Gefühl“ kam. Man konnte ein paar Handlungen wiedererkennen, die es schon in so unzähligen Judgendromanen gab. Aber trotzdem war dieses Buch anders. Ich weiß immer noch nicht genau was es war, aber irgendwann hat es klick gemacht und ich konnte es nicht mehr weglegen. Das Buch reißt mit…man wird eingesogen in Evers Gefühlswelt und man kann sich irgendwie gut mit ihr identifizieren. Denn obwohl sie ohne Zweifel alles andere als normal ist, ist es manchmal trotzdem so, dass man das Gefühl hat, ihre Entscheidungen selbst getroffen zu haben. Von der Reihe gibt es 6 Bände. Ich weiß noch nicht, ob ich alle lesen werde, aber der zweite wandert bestimmt bald in mein Regal 🙂

In einem Satz…

Ein Buch, in das man erstmal reinkommen muss, aber wenn man drin ist, will man nicht mehr raus.

5 von 5 Leseratten

5 von 5

Originaltitel: Evermore
Originalverlag: St. Martin’s Griffin, New York 2009
Aus dem Amerikanischen von Marie-Luise Bezzenberger

Deutsche Erstausgabe

Paperback, Klappenbroschur, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-20360-4

Bild: (c) Page & Turner (Quelllink)

[Buch]Rezension: Das Siegel des Raben-Geschichte einer besonderen Freundschaft von Karin Kemal


IMG_0011Der Frieling-Verlag Berlin hat mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank noch mal!!!

Genre

Das Buch ist ein Jugendbuch, das eine Geschichte erzählt, von einer ganz besonderen Freundschaft erzählt.

Was passiert?

Der Junge Jo findet einen wunderschönen, schimmernden, schwarzen Kohlraben. Zusammen mit seinem Großvater will er ihn gesund pflegen. Von seinem Großvater bekommt sie Sagen und Legenden erzählt und lernt wichtige Sachen im Thema Freundschaft und Loyalität.

Meine Meinung

Die Geschichte zeigt wichtige Seiten der Liebe auf. Man wird herausgefordert nicht alles so hinzunehmen, wie wir es gewohnt sind. Sei es in Bezug auf Kohlraben oder auf vermeindliche Feine. Denn manchmal übersieht man vielleicht die Schönheit von etwas, das wir als hässlich und unnütz abstempeln ohne es wirklich anzusehen. Jos Freundschaft zu diesem Raben  zeigt aber auch, dass man Respekt haben muss. Vor der Natur, aber auch vor Freunden. Das Buch hat aber auch leider seine negativen Seiten. Ab und an zog es sich etwas und man musste sich ein bisschen anstrengen. Teilweise wirkten die Figuren etwas flach, die Handlung vorhersehbar und auch ein bisschen als würde sie sich wiederholen. Was ich allerdings sehr interessant fand, war dass die Autorin durch die Figur des Großvaters Legenden, Sagen und Mythen über die wunderbaren Raben einbringt, die einem einen wunderbaren Tiefblick in ein Thema gibt, das man normalerweise nicht sonderlich beachtet.

In einem Satz…

Ein besonderes Buch über ein besonderes Thema.

3 von 5 Leseratten

3 von 5

Karin Kemal:
Das Siegel des Raben
Geschichte einer besonderen Freundschaft
Reihe: Jugendbuch
128 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 9,90 · ISBN 978-3-8280-2773-2
Bildquelle: Papermind

[Buch]Rezension: Vier Arten, die Liebe zu vergessen von Thommie Bayer


Vier arten die Liebe zu vergessenAuf Lovelybooks wurde das Buch für eine Leserunde von Autor und Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen dank an alle, dass ich das Buch lesen durfte, es war großartig!

Genre

Ein Roman, der viele Themen abdeckt. Vor allem aber Freundschaft und Liebe.

Was passiert?

Bei der Beerdigung von Emmi sehen sie sich alle wieder. Nach zwanzig Jahren, ist es das erstemal, dass sie wieder miteinander reden und es wird klar, dass sich die Leben von Michael, Bernd, Thomas und Wagner in völlig verschiedene Richtungen entwickelt haben. Die vier Freunde verbringen einige Tage bei Michael in Venedig und werden daran erinnert, was sie einmal verband.

Meine Meinung

Was mich an diesem Buch so bezaubert hat, ist seine Melodie. Mal langsam säuselnd, dann wieder mitreißend  und immer wieder wie eine sanftes Schaukeln. Der Autor versteht sich darauf den Leser einzulullen in eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Man wird eingesogen von der liebevollen Gestaltung seiner Charaktere und wunderschönen Beschreibungen. Das Buch ist hauptsächlich aus Michaels Sicht geschrieben, aber ab und an wechselt der Autor auch wieder zur Sicht anderer Figuren und genau das macht manchmal den Reiz aus. Es ist zugleich interessant wie traurig durch die Geschichte vorgehalten zu bekommen wie einfach doch Freundschaften zerbrechen und wie filigran unsere Beziehungen zu anderen Menschen sein können. Das Buch hat in mir etwas berührt und ich fand es einfach nur schön. Das Ende wurde in der Leserunde recht lebhaft diskutiert, aber ich finde es schön, auch wenn es nicht so ganz zum Rest des Buches passt. Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache, genauso wie das Buch selbst. Den ein actiongeladenes Abendteuer ist es nicht.

In einem Satz…

Melodisch, bezaubernd und nachdenklich, ein wunderschönes Buch.

5 von 5 Leseratten

5 von 5